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Der süße Trumpf der Abzocker: Die Ananasbanane

1. Juli 2018

Inspektoren zeigen sich machtlos


eins
- Die Preise einiger Händler in und an der Markthalle von Funchal sind extrem überzogen. Auf der Plattform TripAdvisor bringen Touristen ihren Ärger zum Ausdruck. So schreibt Eliane aus Rio de Janeiro: „Sie gucken dich an und fordern einen absurden Preis….am besten nichts kaufen… die verschiedenen Früchte, die sie dir anbieten, nur probieren.“ Da sich solche Klagen häufen, haben zwei madeirensische Behörden die Markthalle einer Inspektion unterzogen.

Zuerst waren die Inspektoren einer Behörde vor Ort, die Betriebe auf rechtmäßiges und redliches verhalten hin untersucht. Die ARAE nahm dreizehn Stände unter die Lupe. Man sah sich Preisschilder an, achtete darauf, ob die Herkunft der Ware ausgewiesen sei, guckte sich die Papiere des Händlers an und überprüfte die Eichung der Waagen. Da sie nichts zu beanstanden fanden, rückten die Inspektoren ab. Danach trat das Ordnungsamt der Hauptstadt auf den Plan. 22 Stände wurden untersucht. Ergebnis: Kein Zuwiderhandeln feststellbar.

Die Chefin der ARAE sagte später, gegen hohe Preise habe sie keine Handhabe: „Der Markt ist frei und verfolgt das Prinzip freier Konkurrenz.“ Was weder die staatliche noch die kommunale Behörde mitbekam, ist der tagtägliche Betrug. Da werden Touristen die Früchte der Monstera (fälschlicherweise auch Philodendron genannt) unter dem Phantasienamen „Ananas-Banane“ aufgeschwatzt. Tatsächlich können diese Früchte nur im November geerntet und verzehrt werden. Auf dem Markt werden sie aber ganzjährig verkauft: „Nur eine Woche warten, dann essen!“ Aber auch nach einer Woche sind sie noch grün und landen bestenfalls in Deutschland, England oder wohin auch der Käufer zurück gereist ist, auf dem Komposthaufen.

Anmerkung der Redaktion: Einige Händler schaffen es tatsächlich, die Frucht der Monstera künstlich reifen zu lassen. Dazu werden die Früchte mit Gasen bedampft. Diese „reifen Früchte“ dienen zur Verkostung.

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