Verborgener Strand bei Ponta do Sol

Sonnenuntergang

Druckansicht

Baden auf der Wanderinsel?

27. Juni 2018

 Sandstrände sind rar

sts - Wandern und Naturerleben stehen ganz oben bei den Wünschen der Madeira-Urlauber. In jedem Reiseführer ist zu lesen, dass Madeira keine Badeinsel ist. Sandstrände gibt es fast keine, und wo einmal bei Ebbe ein Flecken Sand zu entdecken ist, stakst der hoffnungsfrohe Schwimmer bei der nächsten Flut wieder über große und kleine Steine ins Wasser.

 Für den, der nicht geübt im Barfußgehen ist, ist diese Tortur nicht ganz ungefährlich. Ein Sturz im flachen Wasser ist schmerzhaft. Fast alle Schwimmer auf Madeira tragen deshalb geschlossene Badeschuhe mit möglichst fester Sohle. Schönheitsbewusste Damen mögen die Fußbekleidung aus ästhetischen Gründen ablegen – elegant sieht damit niemand aus! - aber so gelangt man aufrecht, ohne Kippeln und Wanken, vom Badehandtuch bis ins tiefere Wasser.

Tatsächlich gibt es aber schöne Badeplätze, und sogar einige kleine Sandstrände Ganz im Osten das kleine Stückchen „Prainha“; in Machico ein kleiner, aber breiter, aufgeschütteter Strand; die Praia Formosa in Funchal mit Kiesel- und Sandstränden, der Sand ist schwarz und sehr grobkörnig. In Calheta findet man den berühmten Strand mit Sand aus Marokko, mit einem östlichen und einem westlichen Strandabschnitt. Hier ist es im Sommer meist sehr voll – für ein erfrischendes Bad am Abend reicht es aber allemal! Auf der Nordseite lockt der Dorfstrand von Seixal mit seinem Clube Naval, zu dem auch ein hübsches kleines Restaurant/Strandbar gehört.

Darüber hinaus gibt es manch schönen Zugang ins Meer für die entsprechend beschuhten Schwimmer. In Funchal gibt es zahlreiche Meer-Schwimmbäder im Meer. Klein aber fein das „Barreirinha“ im Osten, mit Spielgeräten und Kinderbecken der berühmte Lido (schwimmen im Meer zu einer kleinen Felsinsel) und die „Praia Gorda“ im Westen. Jeder kleine Ort hat seine Bademöglichkeit, und es macht Freude, diese auszuprobieren. Ob in Santa Cruz mit Blick auf landende Flugzeuge, in Ribeira Brava oder Ponta do Sol mit durch Wellenbrecher geschützten Becken, ob in den herrlichen Meerwasserschwimmbädern in Porto Moniz oder – klein aber fein – in Porto da Cruz.

Die Wassertemperatur liegt Anfang Juli bei 20 bis 21 Grad und steigt bis Ende September oft auf 23°. Auch im Winter kann man noch gut schwimmen, erst Ende Januar wird das Meer wieder deutlich kühler. Bis Ende April wagen sich dann nur noch wagemutige Touristen ins kühle Nass.

Man sollte man in jedem Fall auf Hinweise achten, Warnungen der Einheimschen ernstnehmen (solange sich diese nicht nur auf die Wassertemperatur beschränken) und nicht allein baden. Die Gewässer von Madeira sind durchweg eher für Schwimmer als für Nichtschwimmer geeignet. Der Grund ist offenkundig: Wie oberhalb der Wasserlinie, so sieht es auch unter Wasser aus. Es geht steil in die Tiefe. Nur an den angekippten Sandstränden kann man langsam ins Wasser gehen. An Kieselstränden und Felsküsten hat man sich kaum ein bisschen abgekühlt, schon nimmt einen die nächste Welle mit in die Tiefe.
Das Wasser ist überall ungewöhnlich klar. Selbst ohne Tauchermaske oder Schwimmbrille sieht man oft bis zum Grund, beobachtet Jungfisch-Schwärme oder kleinere Tintenfische. Häufig gibt es auch an weniger genutzten Stränden Duschen mit kaltem Wasser. Die entspannten Muskeln danken dem Wanderer für die Abkühlung und: Schwimmen macht hungrig. Ab ins nächste Restaurant!

Leserbriefe

Keine Leserbriefe vorhanden