Weisse Fähre im blauen Hafen
Auch die Fähre von Funchal nach Porto Santo wird von der Gruppe Sousa betrieben

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Kommt die Fähre doch noch?

10. Mai 2018

Die Preise stehen fest, jetzt meldet sich ein „Fährmann“

eins - 66 Euro hin und zurück. Pro Person vom Festland nach Madeira. Das ist ein Preishammer, vor dem jeder Unternehmer zurück schreckt. Und trotzdem! Für das Sommergeschäft hat sich Luís Miguel Sousa mit einem seiner 60 Unternehmen beworben.

Der Tausendsassa verkauft Zement, macht Lokalradio, ist Operator in den Häfen von Porto und Funchal und betreibt die Porto Santo Line. Das ist die Fährverbindung zwischen Madeira und der kleinen Nachbarinsel mit dem langen Sandstrand, auf der Herr Sousa drei Hotels und zwei Restaurants unterhält. Warum nun auch die Fähre zwischen Portimao auf dem Festland und Madeira? Der Pfiffikus macht nichts ohne Gewinn...

Der Auftrag war zwei Mal in verschiedenen Variationen ausgeschrieben worden. Ohne Resonanz. Keine der großen Fährunternehmen, die auch in diesem Teil des Atlantiks operieren, wie Ohlsen oder Armas, zeigte sich interessiert.

Beim dritten Mal mit der Einschränkung auf Verbindungen nur in der Sommerperiode hat wenigstens einer angebissen. Sousa ist ein gewiefter Unternehmer. Dem Mann droht der Entzug der Operator-Lizenz für den Umschlaghafen in Canical/Madeira. Das heißt: Die Regionalregierung hat die Daumenschrauben angezogen und plötzlich scheint das Allround-Talent bereit zu sein, in das lausige Geschäft einer Fährverbindung einzusteigen. Möglicherweise leiht er sich dazu ein Boot aus der Flotte der spanischen Reederei Armas, die vor Jahren eine Wasserbrücke zwischen den Kanaren, Madeira und dem portugiesischen Festland unterhielt und mit Madeiras Regierung im Streit auseinander gegangen war. Diese Regierung steht nun – ein Jahr vor der Regionalwahl – unter Zugzwang und wird dem Erfolgsunternehmer Sousa bei den Verhandlungen Zugeständnisse machen müssen. Ob der Deal tatsächlich klappt, steht noch in den Sternen. Wenn ja, werden die Schiffsfahrten von Südportugal nach Madeira und umgekehrt äußerst preiswert sein – selbst wenn man einen PKW mitnimmt. Genau darauf warten Privatleute und Firmen, denen die Luftfracht zu teuer und die Frachtschiffe zwischen Funchal und Lissabon zu langsam sind: Erdbeeren oder zarte Salatblätter sollen transportiert werden, Madeirenser wollen Urlaub im Alentejo machen, "Mobilhomes" aus Frankreich oder Spanien sollen ihren Besitzern als Gefährt bis nach Madeira dienen. 

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