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Busunglück in Caniço

18. April 2019

29 Tote und 27 Verletzte

sts - Am späten Nachmittag des 17. April verunglückte ein Reisebus auf dem Weg von Caniço Richtung Meer auf einer gut ausgebauten Straße. Der Bus stürzte in einer Kurve in einen Abhang und überschlug sich.

Zugangsstraßen wurden gesperrt, damit Rettungskräfte Zugang hatten. Anwohner waren ebenfalls am Unglücksort, um mit anzupacken wo immer möglich.

Bis spät in die Nacht gab es im Krankenhaus von Funchal deutschsprachige seelsorgerliche Betreuung und Übersetzungshifen durch die Deutschsprachige Evangelische Kirchengemeinde – Pfarrerin Ilse Berardo und einer Dozentin der Universität, Kirchenvorstandsmitglied Dr. A. Martina Emonts. Auch portugiesische Psychologen (englischsprachig) helfen den Verletzten. Zwei Personen wurden bereits aus dem Krankenhaus entlassen.

Die Ursache des Unglücks ist noch nicht bekannt. Der angeblich 6 Jahre alte und äußerlich gepflegte Bus war unterwegs für „Travel One“, eine große Reiseagentur auf Madeira, die Gäste zum Beispiel der Reiseveranstalter Schauinsland oder FTI-Gruppe betreut. Die gesetzlichen Auflagen für Busse und Busfahrer sind streng, die Fahrzeuge werden regelmäßig technisch gewartet und kontrolliert, die Fahrer regelmäßig arbeitsmedizinisch überprüft. Augenzeugen sollen berichten, dass es Probleme beim Bremsen gab

Caniço ist ein altes Bauerndorf, das heute zu einer „Schlafstadt“ geworden ist für Einheimische, die in der Hauptstadt Funchalon hier aus war der Bus offensichtlich unterwegs in die Hauptstadt.

Caniço de Baixo (de baixo = unten) ist ein Touristenort am Meer, mit vielen Hotels und Ferienwohnungen. Hier leben viele deutschsprachige Residenten und auch Madeirenser in Villen mit prächtigen Vorgärten oder in teuren Eigentumswohnungen. Der Tourismus in diesem Ort wurde schon 1969 durch die Familie von Siegfried Bachmaier begründet, der heute das Galomar Resort gehört. Auch ein RIU-Hotel ist in Caniço de Baixo zu finden.

Der Höhenunterschied von Null auf 230 Meter wird über ausreichend breite, moderne oder modernisierte Straßen überwunden. Steile und kurvige Straßen sind auf Madeira normal, die Insel ist vulkanischen Ursprungs und erdgeschichtlich „jung“. Frost und Glatteis gibt es nicht unter 1500 Höhenmetern . Busfahrer kennen die Strecken und die Gegebenheiten gut. Entgegenkommender Verkehr nimmt auf Busse vor allem in Kurven oder auf Brücken Rücksicht. 

Die madeirensische Regierung ordnete eine dreitägige Staatstrauer an.

Besorgte Angehörige können sich an das Auswärtige Amt unter der Rufnummer 030-50003000 wenden.

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