Vieh auf der Hochebene Paul da Serra

Vieh auf der Hochebene Paul da Serra

Vieh auf der Hochebene Paul da Serra

Vieh auf der Hochebene Paul da Serra

Druckansicht

Mehr als 2100 Tiere weiden auf der Hochebene

23. Juli 2018

Kühe und Ziegen dürfen in der freien Natur bleiben

eins - Für die Tiere ist es ein Paradies. Statt Massen-oder aber isolierter Haltung in Ställen Herdenleben wie auf der Alm. Für Laien verwunderlich, dass Biologen und Förster seit langem dagegen halten. Im laufenden Jahr 2018 wurde ein Politikum daraus. Die Rechten wollten die Tiere verbannen, die Sozialisten schlugen sich auf die Seite der Hirten und Mäster. Anfang Juli beendete dann Madeiras Umweltdezernentin das Tauziehen. Susana Prada entschied: „Weidetiere auf der Hochebene ja, aber unter Aufsicht.“

Helder Spinola ist Biologe und Umweltschützer. Der Universitätsprofessor weist den abgegrasten Flächen auf über eintausend Metern Höhe Mitschuld an der Regenkatastrophe 2010 zu. Damals stürzten Wasser- und Schlammmassen ungehindert talwärts und nahmen auch Geröll mit auf den Weg hinab. Weil das weidende Vieh alles kahl gefressen habe, gab es bei den sintflutartigen Regenfällen keine Grünstreifen, die Erde festzuhalten. So begründet Spinola seine Forderung, die Grüngürtel auf der Hochebene aufzurüsten und vor den Wiederkäuern zu schützen. Auch die Förster, die seit langem gegen die Erosion der Böden mit Nachdruck aufforsten, wollen die Weidetiere aus ihrem Areal verbannt sehen. Die Hirten und Mäster stehen dagegen. Sie berufen sich auf das Gewohnheitsrecht, das freilich im Laufe von Jahrhunderten immer weiter eingeschränkt, aber nicht gänzlich abgeschafft wurde. Der Kompromiss, den die Umweltdezernentin nun formuliert hat, wird tierfreie Grünzonen zur Verhinderung der Erosion festlegen und verhilft den Weidetieren auf der Hochebene Madeiras zu einen natürlichen Leben, das ihre Artgenossen woanders nicht mehr haben.

Die Fotos der zufriedenen Kühe mit ihren Kälbern und des schwarzen Stiers stammen von Rolf Lahne, aufgenommen im Juli 2018

Leserbriefe

Bruno Heiss 24.07.2018 17:43

Tiere auf der Hochebene: Immer wenn ich auf Madeira meine Zeit verbringe, genieße ich das unvergleichlich gute Carne Regional, mit einem Geschmack, den ich in Deutschland nicht mehr finde.