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viele Menschen am Strand von Porto Santo

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Wo ist der Sand? Was machen all die Steine hier?

15. Mai 2018

Küstenlinie Porto Santos in beständigem Wandel

sts -„Was passiert da eigentlich auf Porto Santo am Strand mit dem Sand?“ fragte Chris aus Manchester. „Im Sommer 2016 lagen wir in der Sonne mit zig anderen Leuten und jetzt liegen da nur noch Kieselsteine!“ Ein Jahr später sind herumliegende schwarze Kieselsteine kein Problem mehr. Doch die wunderschöne lange Strandwanderung vom Hafen bis an die Südwestspitze Porto Santos ist auch derzeit etwas erschwert durch eine Veränderung der Küstenlinie.

Die Winterstürme verändern den „goldenen“ Strand regelmäßig. Vor allem andauernder, heftiger Sturm mit der entsprechenden Strömung und entsprechend hohen Wellen auf dem langsam abfallenden Strand tragen tonnenweise Sand ab – und an anderer Stelle wieder auf. So kommt es, dass Chris und seine Freundin, die regelmäßig nach Porto Santo fliegen, ihre Sandburg immer wieder an anderen Orten buddeln müssen. Da aber selbst im Hochsommer reichlich Platz vorhanden ist, ist darin kein Problem zu sehen. Im schlimmsten Fall hat man es (noch) etwas weiter bis zur nächsten Strandbar.

Etwas mehr Unannehmlichkeiten haben in 2018 die frühsommerlichen Wandervögel, womöglich für einen Tagesausflug von Madeira mit der Fähre angereist. Insgesamt 18 km Strand, je 9 km hin und her, mit nackten Füßen durchs Wasser. „Das geht am besten bei Ebbe,“ weiss Herbert, und er hat den Porto-Santo-Ausflug mit dem Gezeitenkalender aus dem Internet geplant. „Da ist der Sand nämlich schön hart und man kann zügig ausschreiten.“ Recht hat er. Doch kaum 45 Minuten nach dem Kaffeepäuschen in der hübschen Bar im Hauptort sieht der muntere Wanderer aus Deutschland plötzlich seine blassen Füße knöcheltief im goldenen Sand versinken. Statt „zügig Ausschreiten“ ist eher „schwerfälliges Stapfen“ angesagt. Auf dem Strandabschnitt zwischen dem „Hochhaus“-Hotel Vila Baleira und der Bar von Calheta im Südwesten hat der Winter sehr viel Sand ins Meer geholt. Große flache Sandsteinbänke kommen bei Ebbe zu Tage – barfuß darüber gehen erfordert viel Konzentration, damit man sich nicht an scharfen Kanten schneidet oder in kleinen Tümpeln ausrutscht. Also geht man jenseits der Stein-Bänke weiter, und da ist der Sand weich und tief. Bei Flut ist es hier jetzt angenehmer, obwohl auch dann ein „Stapfen“ wahrscheinlicher ist als Gehen. Herbert sieht dem Jogger mit den dicken Waden bewundernd hinterher.

Wie es im Herbst oder im Winter 2018 aussieht, nach weiteren hundert, zweihundert und noch mehr Gezeitenwechseln und nach den ersten Herbststürmen, das kann man jetzt noch nicht sagen. Die Strandlinie bleibt in stetiger Veränderung, legt hier etwas frei, deckt dort etwas zu.    

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