Banknoten

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Falsche Fuffziger

1. Dezember 2017

Immer mehr Falschgeld im Umlauf

eins - Hauptsächlich sind es Dollarnoten, die sich Venezolaner auf dem Schwarzmarkt besorgten, bevor sie ihre Heimat verliessen. Wegen der horrenden Inflation, die in Venezuela grassiert, tauschen sie ihr Erspartes in die vermeintliche harte amerikanische Währung um, und erfahren dann im Exil die niederschmetternde Wahrheit, dass die mitgebrachten Dollarscheine wertlos sind.

Aber auch die Zahl falscher Euronoten nimmt zu. Woher sie stammen, ist nicht vollständig geklärt. Experten sagen, dass ein großer Teil aus spezialisierten Werkstätten im italienischen Neapel stammt. Die madeirensische Kriminalpolizei zog zwischen dem 1. Januar und 31. Oktober 2017 100 falsche Euroscheine aus dem Verkehr. Im gesamten Jahr 2016 waren es “nur” 46 falsche Euroscheine. (Alle Zahlen entstammen einem Bericht der Tageszeitung Diário de Notícias.) Die Kripo wird von Banken und Geschäften alarmiert, wenn Kunden mit Falschgeld zahlen wollen. Bei den Euroscheinen waren hauptsächlich „falsche Fuffziger“ zu finden, an zweiter Stelle wurden gefälschte 20er, und dann auch gefälschte 100 Euro-Scheine sicher gestellt. Meist haben diejenigen, die mit Falschgeld bezahlen, keine Ahnung von ihrem Vergehen. Wenn man sie an der Kasse stellt und die Polizei erscheint, ist ihnen das hoch peinlich. Oft bleibt ein Verdacht offen, etwa bei der Dame, die in einer Bäckerei von São Martinho/ Funchal versuchte, ein Brot mit einem falschen Fünfziger zu bezahlen. Wer Falschgeld wissentlich in den Geldverkehr bringt, dem droht in Portugal eine Gefängnisstrafe von zwei bis acht Jahren.
Auf dem Markt erscheinen ständig neue „Blüten“. Wie erkennt man falsche Euroscheine?

„Das Papier der Banknoten besteht aus Baumwolle. Es fühlt sich griffig und fest an. Mit Erfahrung und Praxis kann man echtes Geld bereits am Material erkennen“, erfährt man im Internetauftritt der Deutschen Bundesbank. Jeder Tourist hat die Scheine schon viele Male in der Hand gehabt, aber für so ein sicheres Erkennen fehlt es dann doch an „Erfahrung“. Auf der Seite der Bundesbank Schnelltest kann man lernen, unauffällig die Scheine zu prüfen, bevor man sie akzeptiert. Wie man es dann schafft, den „falschen Fuffziger“ zurückzuweisen und auf einem anderen Schein zu bestehen, davon liest man nichts in der Anleitung.

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